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Europäische Route der Industriekultur

Hier im Ruhrgebiet sehen wir die Überbleibsel der Industrialisierung täglich vor uns. Überall ragen Hochöfen und Fördertürme in den Himmel. Verknüpft sind die Stahlkolosse durch die Route der Industriekultur. Doch nicht nur in Deutschland gibt es Zeugnisse des Booms in den letzten Jahrhunderten. Europa ist übersäht mit spektakulären Bauten, die von der umtriebigen Geschichte zeugen. Die Europäische Route der Industriekultur hat einen ihrer Ankerpunkte im Landschaftspark Duisburg-Nord. Er gehört zu den beiden Untergruppen "Industrielle Landschaften" und "Eisen und Stahl".
Mit dem zweiten Schub der Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts wurden kahle Abraumhalden, rußbedeckte Werkshallen, graue Arbeiterhäuser und stählerne Schienenstränge zu großflächigen Industrie-Landschaften verschmolzen. Doch schon zuvor haben Menschen neue Regionen gestaltet. So wurde bereits Ende des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden begonnen, dem Meer Land abzuringen.
Eindrucksvoller zeigen sich die Auswirkungen in Wales. Das Tal der Rhonnda galt noch 1850 als "Perle von Glamorganshire" und wurde ob seiner "smaragd-grünen Wiesen" und "dem aromatischen Duft seiner Wildblumen und Bergpflanzen" gepriesen. Dann wurde Kohle abgebaut und der Fluss verwandelte sich in einen "dunklen, vergifteten Rinnstein. Gewaltige Abraumhalden bedeckten die zerschundenen, kahlen Hügel, Tag und Nacht, jahraus, jahrein dröhnte der Lärm der Dampfmaschinen, das Sirren der Maschinen und Hämmern der Schmiede." Über den geschwärzten Tälern hing immer eine Rauchwolke.
Ebenso dramatisch war die Entwicklung vor unserer Haustür. In der Emscher lebten vor 1847 noch Fische, an ihren Ufern drehten sich Wassermühlen und auf den Wiesen grasten Wildpferde. Dann wurde die Deutsche Zollunion gegründet und das größte Industriegebiet des Kontinents explodierte an Ruhr und Emscher. Orte wie Oberhausen und Gelsenkirchen sprossen aus dem Nichts. Ackerland wurde mit Schornsteinen und Fördertürmen durchzogen. Flüsse wurden einbetoniert und begradigt, allen voran die Emscher, die Abwässer zum Rhein transportieren sollte. Das ganze Gebiet wurde nur noch als gigantische Stadt am Rhein bezeichnet.
Neben den Landschaften spielte "Eisen und Stahl" eine große Rolle in der Entwicklung Europas. Großbritannien ist das Mutterland der Industrialisierung. Während in Kontinental-Europa noch die vorindustrielle Welt von Friede, Freude, Eierkuchen herrschte, hat der Inselstaat bereits Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem Errichten großer Hochöfen begonnen. Immer neue Technologien wurden entwickelt, um Stahl zu produzieren. Mit der Verknappung des Rohstoffes Holz musste Steinkohle verkokt werden, um die riesigen Türme anzutreiben, denn die Spurenelemente in der Steinkohle – allen voran Schwefel – hätten das Metall verdorben.
Während es in England schon heiß her ging, konnten die Festland-Staaten erst im 19. Jahrhundert das Niveau erreichen. Durch neue Methoden wie die "Bessemer-Birne" oder der Siemens-Martin-Ofens konnte Stahl von immer höherer Qualität hergestellt werden. Neue Erfindungen erlaubten die Nutzung von unreinem Erz, was zu einem wahren Boom im Ruhrgebiet führte. Bis zum Ersten Weltkrieg konnte Großbritannien seine Vorherrschaft behaupten, dann wurden sie von den USA und Deutschland als größte Stahlproduzenten abgelöst.
In Europa zeugen viele Industrieruinen von der bewegten Vergangenheit des Kontinents. Während jede Region mit ihren eigenen Bedingungen kämpfen musste, verbindet sie doch auch alle etwas. Dem will die Europäische Route der Industriekultur Rechnung tragen.
Emscherstraße 71
47137 Duisburg (Meiderich)
Fon: 0203/42919-42 | Fax: 0203/42919-45
E-Mail: info@landschaftspark.de
Ab DU-Hbf. oder Dinslaken mit der Straßenbahnlinie 903 bis zur Haltestelle "Landschaftspark Nord", von dort in die Emscherstraße (Fußweg ca. 7 Minuten). Benutzen Sie entweder den Eingang an der Emscherstraße oder an der Lösorter Straße.
Mit dem Auto:
Eingänge mit Parkplätzen gibt es an der Hamborner, an der Lösorter und an der Emscherstraße 71.
Aus Richtung Dortmund: die A 42 bis Ausfahrt Duisburg-Neumühl, dann rechts auf die B 8 Richtung Obermeiderich bis zur Emscherstraße (den Schildern folgen)
Aus Richtung Köln/Düsseldorf die A 3 und aus Richtung Essen die A 40 bis Kreuz Kaiserberg: die A 3 Richtung Oberhausen bis Ausfahrt Oberhausen-Lirich, rechts in die Essen-Steeler-Straße bis zur B 8 (Neumühler Straße) bis zur Emscherstraße (den Schildern folgen).
Fahrrad:
Aus Richtung Duisburg-Süd über die B 8: Ruhrbrücke, Emmericher Straße, Neumühler Straße bis zur Emscherstraße. Hier treffen Sie auf Hinweisschilder des IBA Emscher Park Radweges. Aus Duisburg-Nord ebenfalls über die B 8: Weseler Straße, Duisburger Straße bis zur Emscherstraße.
Mit dem zweiten Schub der Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts wurden kahle Abraumhalden, rußbedeckte Werkshallen, graue Arbeiterhäuser und stählerne Schienenstränge zu großflächigen Industrie-Landschaften verschmolzen. Doch schon zuvor haben Menschen neue Regionen gestaltet. So wurde bereits Ende des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden begonnen, dem Meer Land abzuringen.
Eindrucksvoller zeigen sich die Auswirkungen in Wales. Das Tal der Rhonnda galt noch 1850 als "Perle von Glamorganshire" und wurde ob seiner "smaragd-grünen Wiesen" und "dem aromatischen Duft seiner Wildblumen und Bergpflanzen" gepriesen. Dann wurde Kohle abgebaut und der Fluss verwandelte sich in einen "dunklen, vergifteten Rinnstein. Gewaltige Abraumhalden bedeckten die zerschundenen, kahlen Hügel, Tag und Nacht, jahraus, jahrein dröhnte der Lärm der Dampfmaschinen, das Sirren der Maschinen und Hämmern der Schmiede." Über den geschwärzten Tälern hing immer eine Rauchwolke.
Ebenso dramatisch war die Entwicklung vor unserer Haustür. In der Emscher lebten vor 1847 noch Fische, an ihren Ufern drehten sich Wassermühlen und auf den Wiesen grasten Wildpferde. Dann wurde die Deutsche Zollunion gegründet und das größte Industriegebiet des Kontinents explodierte an Ruhr und Emscher. Orte wie Oberhausen und Gelsenkirchen sprossen aus dem Nichts. Ackerland wurde mit Schornsteinen und Fördertürmen durchzogen. Flüsse wurden einbetoniert und begradigt, allen voran die Emscher, die Abwässer zum Rhein transportieren sollte. Das ganze Gebiet wurde nur noch als gigantische Stadt am Rhein bezeichnet.
Neben den Landschaften spielte "Eisen und Stahl" eine große Rolle in der Entwicklung Europas. Großbritannien ist das Mutterland der Industrialisierung. Während in Kontinental-Europa noch die vorindustrielle Welt von Friede, Freude, Eierkuchen herrschte, hat der Inselstaat bereits Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem Errichten großer Hochöfen begonnen. Immer neue Technologien wurden entwickelt, um Stahl zu produzieren. Mit der Verknappung des Rohstoffes Holz musste Steinkohle verkokt werden, um die riesigen Türme anzutreiben, denn die Spurenelemente in der Steinkohle – allen voran Schwefel – hätten das Metall verdorben.
Während es in England schon heiß her ging, konnten die Festland-Staaten erst im 19. Jahrhundert das Niveau erreichen. Durch neue Methoden wie die "Bessemer-Birne" oder der Siemens-Martin-Ofens konnte Stahl von immer höherer Qualität hergestellt werden. Neue Erfindungen erlaubten die Nutzung von unreinem Erz, was zu einem wahren Boom im Ruhrgebiet führte. Bis zum Ersten Weltkrieg konnte Großbritannien seine Vorherrschaft behaupten, dann wurden sie von den USA und Deutschland als größte Stahlproduzenten abgelöst.
In Europa zeugen viele Industrieruinen von der bewegten Vergangenheit des Kontinents. Während jede Region mit ihren eigenen Bedingungen kämpfen musste, verbindet sie doch auch alle etwas. Dem will die Europäische Route der Industriekultur Rechnung tragen.
Adresse
Landschaftspark Duisburg-NordEmscherstraße 71
47137 Duisburg (Meiderich)
Fon: 0203/42919-42 | Fax: 0203/42919-45
E-Mail: info@landschaftspark.de
Bemerkungen
Der Landschaftspark Duisburg-Nord liegt im Duisburger Norden zwischen den Stadtteilen Meiderich und Hamborn.
(Geh)Behinderte können sich ohne Anmeldung oder Hilfe in den Park begeben und sich darin bewegen.
Anfahrt
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:Ab DU-Hbf. oder Dinslaken mit der Straßenbahnlinie 903 bis zur Haltestelle "Landschaftspark Nord", von dort in die Emscherstraße (Fußweg ca. 7 Minuten). Benutzen Sie entweder den Eingang an der Emscherstraße oder an der Lösorter Straße.
Mit dem Auto:
Eingänge mit Parkplätzen gibt es an der Hamborner, an der Lösorter und an der Emscherstraße 71.
Aus Richtung Dortmund: die A 42 bis Ausfahrt Duisburg-Neumühl, dann rechts auf die B 8 Richtung Obermeiderich bis zur Emscherstraße (den Schildern folgen)
Aus Richtung Köln/Düsseldorf die A 3 und aus Richtung Essen die A 40 bis Kreuz Kaiserberg: die A 3 Richtung Oberhausen bis Ausfahrt Oberhausen-Lirich, rechts in die Essen-Steeler-Straße bis zur B 8 (Neumühler Straße) bis zur Emscherstraße (den Schildern folgen).
Fahrrad:
Aus Richtung Duisburg-Süd über die B 8: Ruhrbrücke, Emmericher Straße, Neumühler Straße bis zur Emscherstraße. Hier treffen Sie auf Hinweisschilder des IBA Emscher Park Radweges. Aus Duisburg-Nord ebenfalls über die B 8: Weseler Straße, Duisburger Straße bis zur Emscherstraße.
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